Schüler der Straßmannschule in Boppard übergeben Spende an Syrienhilfe

Einnahmen des Schülerweihnachtsbasars kommen der Flüchtlingshilfe im Vorderhunsrück zugute

Am 21. Januar 2015 konnte sich die Syrienhilfe Vorderhunsrück, vertreten durch Wilhelm Berger, persönlich bei den Schülern der Straßmannschule (Realschule Plus) in Boppard für die Spende aus Einnahmen des Schülerweihnachtsbasars bedanken. Die Schülerschaft hatte der Syrienhilfe den schönen Betrag von 450,- Euro zur Verfügung gestellt. Zu diesem Zweck hatte die Lehramtsanwärterin Frau Lea Kremer die 6. Schulstunde für das Zusammentreffen aller Klassensprecher sowie des ebenfalls interessierten Ethikkurses mit Herrn Berger reserviert.

Ebenfalls anwesend waren weitere drei Lehrkräfte des Kollegiums. Wilhelm Berger hatte in den folgenden 40 Minuten, nach entsprechender Würdigung des Einsatzes der Schüler, Gelegenheit, die Entstehung und Arbeitsweise der Syrienhilfe darzustellen. Durchgeführte Projekte wurden kurz skizziert, auf die Lage der Flüchtlinge hier auf dem Hunsrück und vor Ort in Syrien kurz eingegangen. Abschließend stellte Berger den Schülern noch das Zeltschulprojekt Alphabet im Libanon vor. Anschaulich wurde es für die Schüler auch durch aktuelle Photaufnahmen aus dem Bekaa Tal, die Berger zwei Wochen vorher auf einer Kurzreise in die Region machen konnte.

Am Ende der sehr informativen und lebendigen Veranstaltung hatten die Schüler einen kurzen Einblick in die Flüchtlingsarbeit der Syrienhilfe Vorderhunsrück erhalten.

Zuletzt wurde nochmals photographisch für die Schülerzeitung die Überreichung eines entsprechenden Schecks festgehalten. Zudem ließ die Syrienhilfe Infomaterial über sich selbst und auch den Orienthelfer e. V., sowie das Buch Syrien - Hintergründe, Analysen, Berichte im Lehrerkolleg auslegen.

An dieser Stelle sei nochmals ausdrücklich Frau Kremer und den anderen Lehrkräften gedankt, die diese Schulstunde ermöglicht hatten .

Wilhelm Berger, 28. Januar 2015

Fahrt in den Libanon zur Übergabe von Spenden an Schulkinder

Libanonreise 2014

Wilhelm Berger berichtet von seiner 36-stündige Reise zu den Flüchtlingslagern im Bekaa-Tal

Ich möchte hier zusammengefasst meine Eindrücke meiner 36-stündigen Reise in den Libanon, genauer gesagt zu den Flüchtlingslagern im Bekaa-Tal, wiedergeben. Ein guter Freund und ehemaliger Kollege - selbst Syrer und in herausragender Weise an der Hilfe für Flüchtlingskinder beteiligt - hat diese sehr kurzfristig angesetzte Reise ermöglicht.

Ziele und Erwartungen

Die Ziele und Erwartungen unsererseits / meinerseits waren:

Die Fahrt

Ankunft am Sonntagabend, den 11. Januar nach ca. vierstündigem Flug. Anschließender Besuch von syrischen Freunden in Beirut, die selbst alles verloren hatten und sich eine neue Existenz aufbauen. Entspannung im Hotel, Planung des nächsten Tages, der voll werden sollte, kurzer Spaziergang am Hafen und Innenstadt. Beirut wirkt sicher. Trotzdem sind Checkpoints und Sicherheitskräfte deutlich präsent. Es herrscht doch eine gewisse gespannte Aufmerksamkeit. Auch die Narben des Bürgerkriegs sind immer noch sichtbar, wenngleich vieles neu erstanden ist.
Aufbruch am 12. Januar um 9 Uhr. Aufgrund der Wetterverhältnisse (50-60 cm Neuschnee im Libanon, 30-40 cm in der Bekaa-Ebene in ca. 1.100-1.200 Metern Höhe) mit geländegängigem Fahrzeug . Strahlender Tag, 12 Grad in der Innenstadt, orientalischer Verkehr und orientalische Fahrweise von Mahmud, unserem Fahrer. Eingepackt sind unsere drei großen Koffer, zwei Taschen und ein Rucksack mit den gespendeten Wintermützen, Schals und Handschuhen. Dazu viele andere Gebrauchsgüter für die Kinder. Wir holen in der Innenstadt Nasrim ab, Mitinitiatorin dieses Schulprojekts "Alphabet" in den Flüchtlingscamps. Dann geht es hoch. Die Außenbezirke Beiruts liegen bereits auf 700 Metern ,der Anstieg ist enorm. Lief anfangs noch das Tauwasser in Strömen die Straße hinunter, ist es hier oben schon dicht verschneit. Schneeberge links und rechts, Lastwagen quälen sich mit bereits angelegten Schneeketten die Berge hoch. Vor zwei Tagen war alles noch unpassierbar - wir befinden uns auf der Hauptachse Beirut - Damaskus. Vor uns uns links seitlich türmt sich der schneebedeckte Libanon, unter uns im Sonnenglanz die Stadt am Meer, dazwischen Palmen, Zedern, Pinien. Wir selbst im chaotischen Verkehr.
Nach gut einer Stunde haben wir die Passhöhe (1.750 Meter) erreicht. Der Checkpoint - schwer bewacht – lässt erstmals den Ernst der Lage erahnen. Herrlicher Blick vom Libanon auf die Wolkendecke des Bekaa und den in der Ferne aufschimmernden Antilibanon. Schnee türmt sich links und rechts - zähflüssiges Vorankommen. Nach einer weiteren Stunde ist das erste Camp auf schneebedeckten, häufig mit Tauwasser gefüllten Schlaglöchern erreicht. Dazwischen verlassene Gehöfte, kleine Städte, orientalisch buntes Straßenbild und: überall Flüchtlinge. Meist Ältere und Kinder, Kleidung gerade noch ausreichend bis unzulänglich. Die Armut springt uns ins Gesicht.
Die Camps wie an der Perlenschnur. Zelte verstärkt durch Pappe, Lattengerüste, Autoreifen, Schnüre, manche mit Ofenrohr, vereinzelt Satellitenschüsseln. ca. 500 bis 1.000 Einwohner. Stromanschluss ist da, Frischwasserversorgung schwierig, Abwasserentsorgung noch schwieriger. Und überall Kinder, Kinder und nochmals Kinder. Sprudelnd, fröhlich und doch dann beim Besuch in der Schule mit dem Ernst, der sie fast erwachsen sein lässt. Dazwischen viele Jugendliche. Dann die Betagten, zerfurcht , resignativ zum Teil müde. Hoher Schnee und strahlendes Licht lässt alles milder erscheinen als es ist. Die Konfrontation mit den Kindern ist für mich emotional einschneidend. Ihre Begeisterung im Schulzelt, ihre Neugier, ihr Ernst, ihre Fröhlichkeit trotz allem. Große Freude über die bunten Wintersachen, die wir Camp für Camp verteilen (nur sieben Camps werden geschafft, Notizen über die Bedürftigkeit der Familien, der Rest wird von den Mitarbeitern und Lehrern verteilt werden).

Zum Projekt

Im Herbst 2012 beschließen wenige Privatpersonen mit privat aufgebrachtem Kapital aus Deutschland und Libanon eine erste Initiative, um Schulunterricht vor Ort zu organisieren. Auslöser ist die rasch zunehmende Kinderarbeit in den Camps. Man startet mit 20 Kindern in einem ersten Schulzelt direkt im Camp. Unterricht erteilen die ebenfalls flüchtigen Lehrer aus Syrien, sonst ohne jede Perspektive (Gehalt 200 Dollar im Monat). Prinzip ist ein überkonfessioneller Unterricht in gemischten Klassen, möglichst bis zum 10. Schuljahr. Die Initiative wird von allen Beteiligten sehr gut angenommen und vergrößert sich rasch. Inzwischen werden 940 Kinder in ca. 20 Schulzelten (vier durch die Schneelast aktuell zerstört) von 17 Lehrern unterrichtet. Drei Mitarbeiter vor Ort sorgen für die Infrastruktur. In kleinen gemieteten Räumen wird das Schulbedarfsmaterial gelagert. Vier gebrauchte Renault Kangoo sorgen für Transport und Vernetzung. Inzwischen gehen 36 Kinder auf weiterführende Schulen in Beirut! Weitere Lager bitten um Einrichtung ähnlicher Modelle. Das Projekt soll ausgeweitet werden.

Schlussfolgerungen

Einmal gibt es für den Verfasser ganz private Konsequenzen aus dem Erlebten, was nicht so schwer nachvollziehbar ist. Ganz allgemein jedoch: die Lage der Flüchtlingskinder und ihrer Familien muss dringend Schritt für Schritt verbessert werden. Dazu reicht vor Ort zunächst der relativ bescheidene Einsatz von Mitteln mit überwältigender Wirkung. Dies muss Ziel jeder wirksamen Hilfe sein! Die Front zum Extremismus und zur mentalen Zermürbung beginnt im Kopf und in der Seele der Kinder. Wir hier in Europa müssen, wenn schon nicht aus humanitären Überlegungen heraus (was selbstverständlich sein sollte), so doch aus reinem Eigennutz ein hohes Interesse daran haben, diese Generation sozusagen "in die Schule zu retten", ihre Köpfe zu retten - sonst werden dies ganz andere Kräfte tun. Das sind wir den Kindern zumindest schuldig. Meine persönlichen Anstrengungen werden sich darauf richten. Hilfe vor Ort - dort, wo es brennt - muss vorrangiges Ziel der Syrienhilfe sein. Die Wintermützen waren ein Anfang - und für die Kinder vor Ort ein sehr wichtiges Signal! Ich bereue keine Sekunde, dort gewesen zu sein.

Weitere Berichte zum Fortgang des Projekts werden folgen.

Wilhelm Berger

Erfolgreiche Mützen- und Handschuh-Aktion

Mützen- und Handschuhspenden 1

Zahlreiche Mützen, Schals und Handschuhe konnten in kurzer Zeit für die Kinder in den Flüchtlingslagern im Libanon gesammelt werden.

Eine E-Mail und große Folgen...

Am 15. Dezember 2014 wurde unten stehende E-Mail in unserem Verteiler verschickt. Durch schnelle Weiterleitung auch in den sozialen Netzwerken wurde in den folgenden Tagen ein sehr große Anzahl von Mützen, Schals und Handschuhen für die Kinder in den Flüchtlingslagern im Libanon in der Praxis von Wilhelm Berger in Kastellaun abgegeben. Große Kartons voll mit hunderten Artikeln sammelten sich dort und wurden und werden privat den Libanon mitgenommen, um sie dort an die Kinder zu verteilen.
Zum heutigen Tag ist auch Wilhelm Berger in den Libanon geflogen und übergibt dort die gesammelten wärmenden Teile.
Wir berichten werden weiter berichten...

Die E-Mail:

An alle Unterstützer und Helfer, Wer kann hier mithelfen?

WINTERMÜTZEN und HANDSCHUHE für die FLÜCHTLINGSSCHÜLER im Libanon/Bekaaebene

Heute berichtete mir (erneut) im persönlichen Gespräch mein Freund und ehemaliger Kollege Dr. Bassam Helou über das von ihm initiierte Projekt der FELDSCHULEN im Einzugsbereich der Flüchtlingslager in der Bekaaebene. Dort siedeln momentan über 600.000 syrische Flüchtlinge (im Libanon insgesamt 1,2 Mill.) in Zeltlagern. Schätzungsweise besuchen etwa nur 10-15% von ihnen unter großen Schwierigkeiten Schulen. Was das im Laufe der nächsten Jahre bedeutet, kann man sich nicht dramatisch genug denken.
Sein Bildmaterial dieses Schulprojekts hat mich tief beeindruckt und überzeugt, dass das einer der Schwerpunkte für Hilfe sein muss. Zur Zeit besuchen ca. 940 Kinder in gemischten Klassen den an keine Konfession gebundenen Unterricht. 17 Lehrer - ausnahmslos selbst geflüchtet - erteilen Unterricht in den Klassen 1-10 - sie werden mit 200 Dollar im Monat vergütet. Es gibt ca. 25 Schulzelte, die mit einfachsten Mitteln ausgestattet doch zum Mittelpunkt und zu einem Stück neue Heimat für die Kinder geworden sind. Vielleicht ist diese Fröhlichkeit der Kinder inmitten von Flucht, Vertreibung, Tod und Verletzung der stärkste Eindruck - sie selbst jedenfalls sind stark!!
Die äußeren Bedingungen sind äußerst bescheiden, die familiären oft dramatisch zu nennen. Viele Kinder sind lediglich von ihren Großeltern begleitet, wenn überhaupt. Eltern sind entweder im Gefangenschaft, vermisst, getötet oder sie kämpfen wochenlang jenseits der Grenze. Die klimatischen Bedingungen sind jetzt auf einer Höhe von 1.100 Metern winterlich und hart. Viele Zeltgassen stehen im lehmigen Boden unter Wasser, die Heizmöglichkeiten sind bescheiden (jedes Schulzelt hat jetzt einen kleinen Ofen).
Herr Helou bat mich, für die Schulkinder eine Sammelaktion für Mützen und Handschuhe zu organisieren und zwar für die Altersgruppe zwischen 4-12 Jahren. Ich habe ihm zugesagt, dass sich die Syrienhilfe Vorderhunsrück dafür einsetzen wird. Er selbst ist mindestens 1-2 pro Monat dort vor Ort und wird die Kleidungsstücke selbst mitnehmen.
Ich bitte also alle, die gut erhaltene Stücke abzugeben haben, bzw. vielleicht selbst etwas stricken wollen, an dieser ganz konkreten Hilfe mitzuwirken. Die Kleidungsstücke können in der Praxis Tirajeh/Berger in Kastellaun, Spesenrotherweg 1 abgegeben werden.

Wilhelm Berger

Weihnachtsmarkt in Kastellaun: ein großer Erfolg für die Syrienhilfe Vorderhunsrück

Weihnachtsmarkt Kastellaun 2014 (01)

Der Weihnachtsmarkt in der Altstadt und auf der Burg war für unsere Initiative ein gute Gelegenheit mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen.

Die Flüchtlinge, die das Land Syrien und andere Krisenregionen verlassen müssen um eine neue (vorübergehende) Heimat zu suchen, machen sogar einen Querverweis zu den Geschehnissen vor 2014 Jahren möglich: Auch Maria und Josef mussten in der Fremde ihr Kind zu Welt bringen und „Asyl“ beanspruchen. Ganz praktisch aber wurde der Markt zur Information über unser Anliegen genutzt.

25 Freiwillige Helfer standen zwei Tage lang für ein Gespräch und Informationen über unsere Gruppe zur Verfügung. Zusätzlich frittierte man leckere Falafel (arabische Kichererbsenbällchen), die man gegen einen Spendenbeitrag abgab. Das Ergebnis lässt sich sehen: fast 1.000 € an Spenden gingen ein, die nun für unsere Projekte verwendet werden können.

Herzlichen Dank allen Spendern und besonders der Stadt Kastellaun, die uns sogar die Hütten- und Sicherheitsgebühr erließ.

Asylkonferenz der Kreisverwaltung am 17. Dezember 2014

Zusammenfassung und Kommentar

Gastgeber: Kreisverwaltung Simmern und ihre damit befassten Mitarbeiter
Schirmherr: Landrat Bertram Fleck
Teilnehmer: Zahlreiche Ehrenamtliche des Rhein-Hunsrück-Kreises, einschließlich der Syrienhilfe Vorderhunsrück sowie der Masdascher Flüchtlingshilfe, ebenso Vertreter der Polizei Boppard und Simmern

Eröffnung der Konferenz durch Herrn Fredi Berg (Kreisverwaltung). Ausdrücklich wurde sowohl von Herrn Berg als auch von Landrat Bertram Fleck auf die unverzichtbare Unterstützung durch die vielen nicht-amtlichen Helfer und Helfergruppen hingewiesen.

Ziele der Konferenz waren:

  1. Schaffung einer Kontakt- und Kompetenzebene, sowie Vernetzung
  2. Vorstellung der einzelnen Arbeitsfelder der Ehrenamtlichen bzw. caritativen Einrichtungen
  3. Nennung der wichtigsten Problemfelder aus Sicht der Anwesenden
  4. Mögliche Lösungsansätze im Brainstorming

Zu den Fakten:

Drängenste Problemfelder:

Bürgergespräch im Gemeindehaus Krastel

Bericht der Veranstaltung vom 28. Oktober 2014

Unter dem Titel "Fremde unter uns“ fand im Oktober mit Mitgliedern unserer Initiative ein Bürgergespräch im Gemeindehaus Krastel statt.

Ziel war es, in der Gemeinde Bell eine positive Grundstimmung zur Flüchtlingsfrage zu schaffen und Möglichkeiten der Wohnraumbeschaffung zu sondieren. Das Gespräch fand reges Interesse bei den Bürgern und Verantwortlichen.

Kreiskirchentag in Kastellaun

Kreiskirchentag 2014 - Stand

Bericht über den Kreiskirchentag am 20. Juni 2014

Zum Kreiskirchentag in Kastellaun präsentierte sich die Syrienhilfe Vorderhunsrück mit einem Info-Stand.

Unsere Arbeitsgruppe traf sich kurz vor 8 Uhr zum gemeinschaftlichen Aufbau des Standes direkt unterhalb der Burg. Wie auf den Fotos zu sehen, richteten wir unseren Stand mit Plakatbildern und Texten sowie ausliegenden Info-Zeitschriften ein. Ebenso breiteten wir die Grundaustattung der UNHCR für ankommende Flüchtlinge aus: Decken, Matten, Plastikeimer, Wasserbeutel, ein Alutopf, Besteck, ein Teller und eine Tasse.

Für Spenden an UNHCR und die Orienthelfer in München wurde eine Plexiglassbox aufgestellt.

Über die gesamte Zeit waren immer mindestens zwei Mitstreiter von uns am Stand um Interessierten Rede und Antwort zu stehen.

Im Verlauf des Tages stellten sich doch einige Besucher ein, die meisten suchten doch die längere Unterhaltung oder die Diskussion. Wir konnten dabei jeweils sowohl unseren Werdegang als auch unsrere konkreten Zielsetzungen darstellen. Alleine diese Gespräche waren den Tag schon wert. An Spenden kamen knapp 200 Euro zusammen, die zu gleichen Teilen an UNHCR und die Orienthelfer gingen.

Insgesamt waren wir mit dem Verlauf des Tages zufrieden, wenn gleich wir (aber auch die Nachbarstände) gerne ein paar Besucher mehr gesehen hätten. Aber wie immer ist es uns vor allem wichtig, unser Anliegen öffentlich zu machen, was uns auf jeden Fall ein Stück weit gelungen ist!

Infoabend über die Situation der Syrienflüchtlinge in Macken

2014 - Infoabend in Macken

Bericht der Veranstaltung vom 28. März 2014

Am Freitag, den 28. März 2014 fand in der Gemeindehalle Macken der angekündigte Infoabend über die Situation der Syrienflüchtlinge statt. Veranstalter war die Initiativgruppe der Syrienhilfe Vorderhunsrück. Die Initiatoren waren mit dem Verlauf des Abends sehr zufrieden. 110 Teilnehmer aus dem Moseltal, den umliegenden Gemeinden aber auch aus dem Raum Kastellaun, Emmelshausen und Simmern füllten die Halle.

Bereits in seiner Einleitung führte der Moderator und Mitinitiator Wilhelm Berger mit der Schilderung der Schicksalsgeschichte des kleinen Achmed (Name geändert) aus der Umgebung von Damaskus die Zuhörer hautnah an die Flüchtlingstragödie in Syrien heran.
August Dahl stellte im folgenden Abschnitt mithilfe historischer Landkarten die Geschichte Syriens bis heute dar. Dabei wurde die enge Verflechtung Europas mit diesem Raum und seine Mitverantwortung für das jetzige Geschehen deutlich. Mitinitiator Dahl schilderte in plastischen Worten den Umfang von Zerstörung und Flucht, aber auch was bisher an Hilfe geleistet wurde.

Zentraler Teil der Veranstaltung waren danach die persönlichen Erzählungen des 24-jährigen Flüchtlings Mohammed (Name geändert) aus Aleppo. Der sympathische, gut ausgebildete junge Mann konfrontierte dabei die Zuhörerschaft mit einer wahren Odyssee von Erlebnissen in Syrien selbst, noch mehr auf seiner Flucht nach und durch Europa. Die abenteuerliche Schiffsreise von Griechenland nach Sizilien hätte ihn schließlich um Haaresbreite das Leben gekostet. Mindestens so dramatisch und zugleich noch zermürbender war sein Irrweg von Sizilien über Norditalien in die Schweiz und von dort zuletzt nach Deutschland bis in den Hunsrück. Neben Arrestierungen unter entwürdigenden Bedingungen in Griechenland, begegnetem dem jungen Mann meist Ablehnung, Gleichgültigkeit und auch Kriminalität. Von Sicherheit in Europa konnte keine Rede sein. Die dann auch in Deutschland erneut drohende Abschiebung brachte Mohammed an den Rand der Verzweiflung, musste er doch, gesucht vom regierungsamtlichen Geheimdienst, um Leib und Leben fürchten. Unter großem Einsatz von Gemeindemitgliedern aus Büchenbeuren gelang schließlich nach vielen bangen Monaten die Anerkennung als Flüchtling und der Aufbau eines einigermaßen geregelten Lebens hier bei uns. Mohammed trug seine Erlebnisse in englischer Sprache vor, wobei ihm die Mehrheit im Saal gut folgen konnte. Für die im Englischen weniger Geübten übersetzte seine Mentorin Frau Dr. Alpers.

In der anschließenden lebhaften Diskussion wurden mögliche Hilfen und Initiativen angesprochen. Auf die Helfer vor Ort in Syrien (Hilfsorganisationen) wurde ausdrücklich hingewiesen. Auf vorbereiteten Listen trugen sich eine beträchtliche Anzahl von möglichen Unterstützern eines Helferkreises ein. Die Halle selbst bot neben fotografischem Anschauungsmaterial der Kriegszerstörungen und Flucht zahlreiche Presseartikel und Stellungnahmen der Organisationen vor Ort, wie auch deren Unternehmungen in Plakatform an den Wänden dar. Zusätzlich war ein Schriftentisch mit zahlreichen Publikationen zum Thema aufgestellt.
Ein kleiner Imbiss bildete abschließend noch den Rahmen für private Gespräche und Begegnungen bzw. eine Vertiefung des Thema.

Herr Berger bedankte sich zuletzt ausdrücklich bei allen Anwesenden für ihre Teilnahme, sowie bei den zahlreichen Unterstützern, die diese Veranstaltung möglich gemacht hatten. Er verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass der Gedanke zu tätiger Hilfe weiter getragen und auch Wirklichkeit wird.

Erstes Treffen der Arbeitsgruppe der Syrienhilfe Vorderhunsrück

Erstes Arbeitstreffen 2014

Initiatoren freuen sich über zahlreiche Teilnehmer und enorme Effektivität.

Das erste Arbeitstreffen der Syrienhilfe Vorderhunsrück war nicht nur gut besucht, sondern auch von enormer Effektivität gekennzeichnet. So konnten folgende Arbeitsbereiche identifiziert und mit der Arbeit begonnen werden:

1. Vernetzung

Das Gespräch und der Informationsaustausch mit folgenden Institutionen müssen gesucht werden: Kreisverwaltung, Verbandsgemeinde Kastellaun, Verbandsgemeinde Untermosel, Diakonie, Caritas, Migrationsdienste, AWO. Nur in Zusammenarbeit mit diesen Institutionen kann herausgefunden werden, welche Flüchtlinge wann wohin kommen, was sie brauchen und wo der Arbeitskreis helfen kann.

2. Inlandshilfe

Hilfe, die den Flüchtlingen hier vor Ort angeboten werden kann: Wohnraum suchen, Patenschaften (auf Ämter und zum Arzt begleiten, Briefe und amtliche Schreiben übersetzen, einkaufen, einladen etc.), Kinderbetreuung (Sport), Sprachunterricht, Kontakte zu Vereinen, Fahrdiensten etc.

3. Hilfe vor Ort

Es ist noch unsicher, wie viel Hilfe in Syrien selbst und in den Flüchtlingslagern möglich ist. Sachspenden sind schon zugesagt.

4. Öffentlichkeitsarbeit

Das Thema "Syrien" und die Situation der Flüchtlinge in den Nachbarländern muss wachgehalten werden, in Schulen, in kirchlichen Kreisen und in der Presse.