Exkursion am 23. September ins Neanderthal-Museum zur Sonderausstellung „2 Millionen Jahre Migration“

WIR SIND ALLE MIGRANTEN

Vorankündigung

Exkursion am 23. September ins Neanderthal-Museum zur Sonderausstellung „2 Millionen Jahre Migration“ (Anmeldung erforderlich: siehe unten) „Wir alle sind Migranten“

Sehr geehrte Damen und Herren,

am Samstag, den 23. September 2017, findet eine Exkursion in das Neanderthal- Museum nach Mettmann (bei Düsseldorf) statt, um die Sonderausstellung „2 Millionen Jahre MIGRATION“ zu besuchen.

ie Exkursion findet als erster Programmpunkt einer zweiteiligen Veranstaltung statt, bei der zunächst die historische Dimension der Migration im Mittelpunkt steht. Zu einem späteren Zeitpunkt ist außerdem eine Podiumsdiskussion geplant, bei der beispielsweise Fragen wie „Woher kommen die Hunsrücker“; „Wie gelingt Integration?“ oder „Wie kann man Fluchtursachen bekämpfen?“ im Rahmen von Impulsreferaten erörtert und anschließend im Plenum diskutiert werden sollen. Dabei werden auch die geographischen und geschichtlichen Besonderheiten des Hunsrücks von der Altsteinzeit bis in die jüngere Vergangenheit im Fokus stehen.

Selbstredend handelt es sich nicht nur um ein Vergangenheits- und Gegenwartsthema, sondern vielmehr um ein Thema, das uns in Zukunft beschäftigen wird.

Die Veranstaltung wird in Kooperation durch die Syrienhilfe Vorderhunsrück e.V., den Kulturkreis Fahrtengemeinschaft und den Archäologieverein ARRATA e.V. organisiert.

Mit besten Grüßen

Wolfgang Welker (1. Vorsitzender ARRATA e.V.) Wilhelm Berger (1. Vorsitzender der Syrienhilfe Vorderhunsrück e.V.) Gert Landmann (Kulturkreis Fahrtengemeinschaft)

Abfahrt voraussichtlich ca. 9:00 Uhr. Je nach Herkunft der Teilnehmenden werden verschiedene Abholpunkte angefahren.
Anmeldungen und Fragen bitte an den Kulturkreis Fahrtengemeinschaft: kulturkreis-fg@web.de

Weitere Informationen zur Ausstellung: https://www.neanderthal.de/de/sonderausstellungen.html

18. November 2017: Konzert Aeham Ahmad und Gruppe Misch-Masch

AEHAM

SAVE THE DATE

KuKuK e.V und Syrienhilfe e.V.

Konzert mit Aeham Ahmad und der Gruppe Misch-Masch

„Musik ist unrein – Musik ist Sünde“ skandierten die Terroristen des IS, bevor sie sein Klavier mit Benzin übergossen und in Brand steckten. Das war im Frühjahr 2015 in der syrischen Hauptstadt Damaskus, im von den Dschihadisten besetzten Stadtteil Jarmuk. Aeham Ahmad, palästinensisch-syrischer Pianist, sah damals nicht nur sein Instrument, sondern auch seine Zukunft und seine Zuversicht in Flammen aufgehen. Kurz darauf macht er sich auf den Weg. Seit September 2015 lebt er in Deutschland.

Bekannt geworden war Ahmad als Klavierspieler in den Trümmern, aber auch als Pianist der Hoffnung. Er spielte und sang auf den zerbombten Straßen inmitten der Ruinen: eigene Kompositionen, Kinderlieder, Beethoven und Mozart, Jazz. Die Bilder von diesen Auftritten gingen um die Welt, die Videos verbreiteten sich in Windeseile in den Netzwerken.

Ahmad erlernte schon mit fünf Jahren das Klavierspiel, er hat an den Universitäten von Homs und Damaskus Musik studiert. Seit seinem Aufenthalt in Deutschland hat er schon mehr als 200 Konzerte gegeben. Er stand u. a. mit Herbert Grönemeyer und Judith Holofernes auf der Bühne. Im letzten Jahr erhielt er den Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte.

An diesem Abend wird außerdem die Hunsrücker Flüchtlings-Band Misch-Masch auftreten. Sie hat eine bunte Mischung von Musik aus Afghanistan, Iran, Kurdistan und Syrien sowie westliche Friedenslieder im Gepäck.

Am Samstag den 18. November 2017 um 20 Uhr , Einlass 19.30 Uhr in der Aula der IGS in Kastellaun Eintritt: 12 Euro ermäßigt 7 Euro Vorverkauf: wird bekanntgegeben Foto: Niraz Saied

TÄTIGKEITSBERICHT DES VORSTANDES

Erstes Arbeitstreffen 2014

Von Vereinsgründung im Juli 2015 bis 1. Januar 2017

Tätigkeitsfelder des Vereins gemäß seiner Satzung:

  1. Korrespondenz mit Unterstützern, Hilfesuchenden, anderen Hilfsorganisationen, Behörden

  2. Regelmäßige Arbeitstreffen und Vorstandssitzungen

  3. Planung und Durchführung eigener Aktionen zum Zweck Spendengenerierung

  4. Durchführung von Aktionen zum Zwecke der Öffentlichkeitsarbeit

  5. Reisen von Vorstandsmitgliedern in betroffene Krisengebiete

zu Punkt 1)

Im vorgenannten Zeitraum wurden von der SYRIENHILFE VORDERHUNSRÜCK alleine ca. 500 elektronische Briefnachrichten, meist Hilfsgesuche (Möbel, Wohn-raum, Schule, Fort- und Weiterbildung, medizinische Fragen) und Hilfsangebote, bearbeitet. Dazu kamen viele Informationen, die von entsprechenden Plattformen der ehrenamt-lichen Flüchtlingshilfe bzw. weiteren inländischen Hilfsorganisationen angeboten wurden und von uns auf Brauchbarkeit gefiltert und ggf. weitergeleitet wurden. Weiterhin nahm die Korrespondenz mit Hilfsorganisationen, die vor Ort aktiv sind (Orienthelfer e.V. in München, Zeltschule e.V. in München und Syrienhilfe e.V. in Baden), erheblichen Raum ein. Hierbei ging es um detaillierte Informationen über Hilfsprojekte in den Anrainern Syriens und in Syrien selbst. Und auch darum, in welcher Weise unser Verein Unterstützung leisten könnte. Nicht zuletzt mussten Anfragen von interessierten und hilfswilligen Mitbürgern beantwortet und kanalisiert werden. Auch eigene Anliegen und Aufrufe zur Unterstützung von Aktionen und Hilfsprojekten wurden u.a. auf diesem Wege kommuniziert. Insgesamt wurden im Rahmen dieser elektronischen Briewechsel im obigen Zeitraum weit über 800 Emails von unserem Verein versandt.

zu Punkt 2 )

Regelmäßig fanden Arbeitstreffen in vier- bis sechswöchigen Abständen statt, zu denen über das interne Netzwerk jeweils zeitgerecht mit Angabe der anstehenden TOP eingeladen wurde. Die Treffen dauerten ganz überwiegend zwischen 90 bis 120 Minuten. Sie standen und stehen jedem Interessiertem offen. Inhalte waren die Bewertung zurückliegender Aktionen sowie die Konzeption neuer Vorhaben, die Begrüßung neuer Unterstützer und die Vermittlung unserer Ziele. Für einzelne Vorhaben wurden entsprechende Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit der Detailausführung beschäftigten. Zudem berieten wir ganz konkrete Fälle von Einzelhilfe. Dazu kamen regelmäßige Vorstandssitzungen, um vereinsrelevante Entscheidungen zu treffen und finanzielle Beschlüsse zu fassen. Sowohl Arbeitssitzungen als auch Vorstandstreffen wurden jeweils protokolliert und sind somit schriftlich nachvollziehbar.

zu Punkt 3 )

Ein zentraler Punkt unserer Satzung ist, Unterstützung für syrische Flüchtlinge zu schaffen. Dazu gehört – bei engen eigenen Ressourcen – diejenigen vor Ort zu unter-stützen, die selbst Hilfe leisten. Zum anderen ging es aber auch um ganz konkrete Einzelfallhilfe für Flüchtlinge, die sich in unserem Land aufhalten. Finanzielle Ressourcen sind also unabdingbar, will man wirksam helfen. Neben dem Erheben eines Mindestmitgliedsbeitrages von 20 Euro, war ein Weg finanzielle Mittel zu generieren – eigener Aktionen durchzuführen. Hierbei wurden neben kulina-rischen oder sportlichen Angeboten auf Spendenbasis, Informationen über unserer Arbeit in mündlicher (Diskussion am Stand) aber auch in bildlicher (Poster, Fotografien) und schriftlicher Form (Prospekte, Flyer, Berichte, Bücher, Hintergrund-informationen) angeboten. Die Arbeit von Hilfsorganisationen vor Ort (s.o.) wurde auf diese Weise ebenso beschrieben wie Flüchtlingsnot, die einzelne Mitglieder aufgrund eigener Anschauung in den betroffenen Ländern schildern konnten.

Folgende Veranstaltungen wurden organisiert und durchgeführt:

Juli 2015: Sommerkappenaktion für syrische Schulkinder im Bekaa.

  1. Juli 2015: Benefizfußballspiel Flüchtlingsmannschaft gegen Hunsrückauswahl "Doppelpass"

  2. Oktober 2015: Benefizkonzert "Dreiklang" in St. Kastor, Macken

  3. Oktober 2015: Beteiligung der Syrienhilfe an einem Hilfsgütertransport von München an die kroatisch-serbische Grenze bei Opatovac

Dezember 2015: "Falafel-Stand" am Weihnachtsmarkt Kastellaun

  1. September 2016: Eigener "Kuchenstand der Flüchtlinge" am Bürgerfest in Kastellaun

Dezember 2016: "Falafel-Stand" am Weihnachtsmarkt in Kastellaun

zu Punkt 4 )

Ein weiteres zentrales Element der Vereinsarbeit ist die Öffentlichkeitsarbeit, das heißt: Hinweisung und Bekanntmachung der Notlage syrischer Flüchtlinge und Darstellung der Möglichkeit zur Hilfeleistung in all ihren Facetten. Dies in all seinen Facetten zu schildern, sprengt hier den Rahmen. Die Vereinsmitglieder und Unterstützer haben hier sehr viele Stunden Gespräche an ganz unterschiedlichen Orten und zu verschiedenen Zeiten geführt. Alleine dies genau zu beziffern, ist schier unmöglich und eine der großen Leistungen unserer Mitglieder. Weiterhin darf die Installation und der Betrieb unserer Homepage SYRIENHILFE VORDERHUNSRÜCK e.V. (maßgeblich durch Okka Senst) als eine der sehr wirksamen Öffentlichkeitsaktionen bezeichnet werden. Dies ist beim Studium der Seiten sofort evident. Konkret hat der Verein nachfolgende Veranstaltungen zur Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt bzw. unterstützt: Bereits vor Vereinsgründung (damals noch Initiativgruppe):

  1. März 2014: Auftaktveranstaltung zur Lage syrischer Flüchtlinge in Macken

  2. Juni 2014: Infostand am Kreiskirchentag der ev. Gemeinden in Kastellaun

  3. Januar 2015: Vortrag der Syrienhilfe vor Schülern der "Straßmannschule" in Boppard

  4. Februar 2015: Bericht der Syrienhilfe über die Reise zu Flüchtlingskindern im Bekaa / Libanon

Nach Vereinsgründung:

Juli 2015: Informationstreffen über Flüchtlingsproblematik mit Schülern der 11. Klasse IGS Kastellaun (Caféterra)

  1. September 2015: Auftritt zu kurzer Ansprache vor der Benefizgala zugunsten der Syrienhilfe "Alle in einem Boot" (IGS Kastellaun)

Oktober 2015: Auftritt vor Schülern der 3. und 4. Klasse der Waldorfschule in Kastellaun

Januar 2016: Auftritt (Diskussionsrunde) zur Projektwoche der IGS Zell: "Flucht-punkt Europa"

  1. Februar 2016: Mahnwachen-Aktion "Lichter für Syrien" am Marktplatz in Kastellaun

  2. März 2016: Infostand der Syrienhilfe auf dem "Bazar der Kulturen" in Simmern

  3. September 2016: Einladung von Claus Ronnefeld nach Kastellaun zum Thema: "Aktuelle Situation in der Türkei"

  4. Dezember 2016: Einladung von Dr. Kemal Sido zum Thema: "Hoffnung für Syrien? – Rojava – Schutzzone in Nordsyrien??"

zu Punkt 5 )

Bereits vor Vereinsgründung :

  1. bis 13. Januar: Reise von Wilhelm Berger ins Bekaa / Libanon mit Besuch eines Zeltschulprojektes dort (alternative education)

Nach Vereinsgründung :

2015 und 2016: Mehrfache Reise des Vorstandsmitgliedes Werner Link ins griechisch-mazedonische Grenzgebiet und nach Athen mit Besuch dortiger Flüchtlingszentren/Lager bzw. einer als Flüchtlingsunterkunft umgewidmeten Schule in Athen.#

  1. Oktober 2015: Begleitung des Hilfskonvois nach Opatovac durch Werner Link und Besuch des dortigen Übergangslagers

Ich hoffe, dass ich mit dieser Zusammenfassung einen Überblick über die Tätigkeit des Syrienhilfe Vorderhunsrück e.V. geben konnte. Es ist wünschenswert, dass die wichtige Funktion des Vereins in unserer Region erhalten bleibt und die bisherigen Unterstützer (vielleicht auch neue) weitermachen. Bedanken möchte ich mich ausdrücklich bei allen, die die Ziele des Vereins in der einen oder anderen Weise unterstützt haben.

im Namen des Vorstands Wilhelm Berger, 1. Vorsitzender

NEUES VOM PROJEKT ZELTSCHULE

Libanonreise 2014 (10) - Eingang zum Schulzelt Alphabet

Wir fördern weiterhin auch Schulprojekte im Libanon

Liebe Unterstützer der Syrienhilfe, eines unserer Kernanliegen ist Hilfe vor Ort zu leisten. Das gilt insbesondere für die Schwächsten einer Gesellschaft, die Kinder. Fürsorge, Liebe und die Sicherstellung von schulischer Bildung sind die unverzichtbare Basis, um im Leben bestehen zu können. Umso dramatischer stellt sich die Situation hunderttausender syrischer Flüchtlingskinder dar, die zum Teil jetzt schon seit Jahren jegliche Schulbildung vermissen. Zu oft müssen sie durch Arbeit das karge Einkommen der meist völlig überschuldeten Familien durch, z.B. Feldarbeit, aufbessern. Lebensunterhalt und Miete für einen Zeltplatz (bis zu 50 Dollar pro Monat) sind auch im Libanon zu entrichten. Die Nothilferationen des UNHCR sind knapp bemessen und erreichen nicht alle. Alleine im Bekaa des Libanon wird der Anteil von schulpflichtigen syrischen Kindern auf mindestens 250.000 geschätzt. Mitte 2016 hat sich die Initiative ZELTSCHULE e.V. München gegründet und eine erste Zeltschuleinrichtung nahe der syrischen Grenze am Fuß des Antilibanongebirges aufgebaut. Dabei geht es nicht nur um die Organisation von Schule, sondern auch um die Unterstützung der Familien, z.B. durch Nahrungsmittel. – "Schule statt Arbeit" – ist die Zielvorgabe. Im Februar 2017 sollen drei weitere Zeltschuleinrichtungen aufgebaut werden. Logistische Unterstützung leistet dabei die libanesische Initiative "alphabet – alternative education". Wir kennen deren Projekt aus eigener Anschauung anlässlich einer Reise in den Libanon im Januar 2015 und hatten darüber berichtet. [https://syrienhilfe-vorderhunsrueck.de/aktuelles/entry/4] Unterstützt wird ZELTSCHULE e.V. München (BR 3 berichtet in einem kurzen Dreiteiler in 8/16) durch die "Tumblinger Grundschule", die finanzielle, logistische und moralische Hilfe leistet. Andere Schuleinrichtungen haben sich inzwischen angeschlossen. Nachzulesen und bildhaft gut dokumentiert ist alles auf der der Netzseite ZELTSCHULE e.V. München. Die Syrienhilfe Vorderhunsrück hat ZELTSCHULE e.V. München bereits unterstützt und möchte das weiterhin tun; denn dieses Projekt ist großartig. Jeder kann sich kundig machen – www.zeltschule.de – und es weitertragen. Wilhelm Berger 1. Vorsitzender

3. Weihnachtsmarktbeteiligung der Syrienhilfe-Vorderhunsrück ein großer Erfolg

Weihnachtsmarkt

Deutsche und Syrer im gemeinsamem Einsatz

Zum dritten Mal hat sich die SYRIENHILFE VORDERHUNSRÜCK nun am Weihnachtsmarkt in Kastellaun mit eigenem Stand positioniert. Angeboten wurden - schon traditionell - Falafel, die mit Unterstützung syrischer Familien hier in Kastellaun zubereitet worden waren. Der Verkauf erfolgte wie jedes Mal gegen Spende. Sonniges, kaltes Winterwetter lockten viele Besucher auf den Markt und entsprechend lebhaft war der Betrieb .

Am Ende zweier Tage konnten wir knapp 800.- Euro EINNAHMEN verbuchen, die den verschiedenen Hilfen zufliessen werden .

Ganz, ganz grossen Dank an all die Helfer, die an diesem Wochenende und auch schon vorher viele Stunden opferten, um Vorbereitung, Aufbau, Vertrieb und Abbau sicherzustellen. Hier sind vor allem unsere syrischen Helfer zu nennen, die uns mit ihrem Einsatz auch den Samstag Nachmittag " retteten " . Nochmals herzlichen Dank!!

Trotz aller Unterstützung machten wir allerdings erneut die Erfahrung, wie dünn doch die Decke der " Aktiven " bei echtem Arbeitsanfall ist .

Insgesamt ein gelungener und erfolgreicher und, was die " Syrer" angeht, auch integrativer Auftritt der Syrienhilfe .

Aus der Rhein-Hunsrück Zeitung vom 6.12.2016

Kamal Sido 1

Veranstaltung der Flüchtlingsberatungsstelle und Ehrenamtskoordination des Diakonischen Werks und der Syrienhilfe Vorderhunsrück

Auf Einladung der Flüchtlingsberatungs- und Ehrenamtskoordinationsstelle des Diakonischen Werk Trier und Simmern-Trarbach in Kooperation mit der Syrienhilfe-Vorderhunsrück e.V. kam der Nahostreferent der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Dr. Kamal Sido, nach Kastellaun, um über die derzeitige Lage in Syrien zu informieren. Mehr als 70 Zuschauer hörten den Vortrag zur aktuellen politischen Lage aus dem Heimatland des Referenten, welches er in diesem Jahr zweimal bereist hat. Ziel des Vortrags war es, den Krieg in Syrien und damit die Fluchtursachen zu erklären. Viele Aktive der örtlichen Flüchtlingshilfe-Initiativen waren anwesend, teilweise begleitet von syrischen Geflüchteten, die in den letzten 2 Jahren bei uns im Hunsrück heimisch geworden sind. Auf großes Interesse stieß die Beschreibung der geschichtlichen Entwicklung des Landes, welche im letzten Jahrhundert von Fremdherrschaft geprägt war und jetzt wieder zum Spielball der Großmächte und anderer ausländischen Akteure geworden ist. Die Zusammensetzung des Landes aus vielen verschiedenen Volksgruppen und Religionen birgt viel Konfliktpotential. Die einzelnen Minderheiten leiden besonders und der Kampf gegen den Islamischen Staat ist ein wichtiges gemeinsames Ziel. Was das Regime und die Opposition verbindet, ist ein schmutziger Krieg gegen die Zivilbevölkerung, der ca. 8 Millionen Syrer in die Flucht im eigenen Land getrieben hat. Weitere Millionen sind in die Nachbarländer Türkei, Libanon und Jordanien geflüchtet. Ein geringer Teil floh nach Europa, davon ca. 600.000 nach Deutschland. Alle Geflüchteten hoffen auf erste Zeichen von Frieden in ihrem Heimatland. Im Norden des Landes gibt es schon Initiativen durch das Schaffen von Friedenszonen vor allem in den überwiegend kurdischen Gebieten. In der Diskussion zum Ende der Veranstaltung wurde die Vielschichtigkeit der Problematik deutlich. Dr. Sido wies immer wieder darauf hin, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus seiner Sicht die Kommunikation unter allen Beteiligten, unter Einbeziehung der USA und Russland, nicht abreißen darf. Okka Senst vom Diakonischen Werk und im Vorstand der Syrienhilfe war sich im abschließenden Resümee sicher, dass diese Veranstaltung eine gute Gelegenheit zum Austausch über Fluchtursachen geboten hat – und eventuelle Möglichkeiten einer friedlichen, politischen Lösung für das Land Syrien aufzeigen konnte. „Bei der Unterstützung der ehrenamtlichen Flüchtlingsbegleiter ist die Information über die Herkunftsländer ein zentrales Thema. Im Rahmen von Einzelveranstaltungen wie dieser können wir intensiveren Einblick in die komplexen Zusammenhänge bieten und danken darum Dr. Sido ausdrücklich für sein Kommen.“

Rojava - "Schutzzone" für religiöse und ethnische Minderheiten in Nordsyrien?

Bericht über eine Recherchereise in Nordsyrien

Der Bericht von Dr. Kamal Sido ( Gesellschaft für bedrohte Völker) hier im Download

Downloads

Arbeitstreffen der Syrienhilfe Vorderhunsrück e.V.

Erstes Arbeitstreffen 2014

am 21.11.16 um 19.00 im Hause Bretz ( I.Stock) Kastellaun ein .

Liebe Mitstreiter und Interessierte,

Herzliche Einladung zum Arbeitstreffen am 21.11.16 um 19.00 im Hause Bretz ( I.Stock) Kastellaun ein .

TOP 1) Rückschau ( Dr. Sido 14.11. / Weinkonvent / Senioreninitiative St. Goar )

TOP 2 ) Stand der Vorbereitungen zum Auftritt am Weihnachtsmarkt Kastellaun

TOP 3 ) Bisherige und künftige Mittelverwendung - " Fond " für Klageverfahren ?? - Ausweitung Unterstützung "Athen" ??

TOP 4) Initiative " kommunale Partnerschaft Nahost "

TOP 5) Verschiedenes

Hoffnung für Syrien? Dr. Kamal Sido von der Gesellschaft für bedrohte Völker

ein Vortrag in Kastellaun am 14.11.2016

Hoffnung für Syrien? Wirtschaftliche, politische sowie religiöse Hintergründe und Möglichkeiten der Krisenbewältigung

Am 14. November 2016 um 20 Uhr berichtet Dr. Kamal Sido, der Nahost-Beauftragte der Gesellschaft für bedrohte Völker und einer der wichtigsten Fachleute für diese Region, in der IGS Kastellaun von der Situation im Norden Syriens und den aktuellen Bemühungen, Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen.

Aus erster Hand wird Dr. Sido von seiner Recherchereise im März/April 2016 nach Nordsyrien berichten. Die Gelegenheit, sich ein Bild von der Situation, insbesondere der ethnischen Minderheiten zu machen, gibt ein 80 seitiger Bericht, den Dr. Sido veröffentlicht hat. Erstmals gibt es einen Hoffnungsschimmer abseits von militärischen Einsätzen für Frieden in der Region.

Am 12. Oktober 2016 organisierte er eine Pressekonferenz in der im Nordosten Syriens gelegenen Stadt Qamischli und stellte die Ergebnisse seiner Recherchereise vielen Journalisten aus verschiedenen Ländern vor. In dem Bericht „Rojava, Schutzzone für religiöse und ethnische Minderheiten in Nordsyrien?“ macht die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) konkrete Empfehlungen an die lokalen, regionalen und internationalen Akteure, wie die Lage in Nordsyrien stabilisiert werden könnte. Sein Augenmerk hat er dabei auf die in Nordsyrien geplante multiethnische Schutzzone, von Kurden „Rojava“ genannt, gelegt. Dort soll Menschen mit dem Recht auf die Muttersprachen (kurdisch, aramäisch und arabisch) und der Glaubensfreiheit ein friedliches Zusammenleben möglich werden.

( 14.11.2016, 20 Uhr; IGS Kastellaun, Albert-Schweizer-Strasse)

Eine Veranstaltung der Flüchtlingsberatungsstelle des Diakonischen Werks Trier und Simmern-Trabach in Kooperation mit der Syrienhilfe-Vorderhunsrück e.V.

Downloads

Große Not in Syrien

Sommerkappen_04

Die Hilfe bleibt immer mehr aus. WIR MÜSSEN HELFEN!

Im Dezember 2015 drohte dem WORLD FOOD PROGRAM der UNO das Geld auszugehen. Die Lebensmittelrationen, ohne hin knapp bemessen, wurden um bis zu einem Drittel gekürzt. Das Einspringen von Deutschland, England und den Niederlanden verhinderte damals den Kollaps. Inzwischen scheint die Nahrungs-mittelversorgung, zumindest in diesem Programm, das ca. 6 Millionen Syrer umfasst, gesichert. (Der Weg der Lieferungen zu den Bedürftigen noch nicht in jedem Fall.)

Nach Schätzungen der UN müssen Regierungen, staatliche und nicht staatliche Organisationen für dieses Jahr rund 5,8 Milliarden Dollar aufbringen. Gut 4,5 Milliarden haben rund 70 Staaten im Februar 2016 auf einer Geberkonferenz zugesagt. Bisher ist allerdings nur knapp die Hälfte davon auf den Konten der UN eingegangen.

Wieviel Geld ein Flüchtling in den Nachbarländern oder auch in Syrien selbst braucht, ist schwer zu berechnen und dürfte von vielen Faktoren wie Alter, Kinderzahl, Gesundheitszustand, Jobmöglichkeiten, Zielland, Wohnraumsituation u.a. abhängen. Trotz dieser Schwierigkeiten erstellte die UN in 12/15 einen Hilfsplan für syrische Flüchtlinge, den "3RP Regional Refugee Resilience Plan". Das Kürzel 3RP steht für die drei Zufluchtsregionen Libanon, Jordanien und Türkei, samt Irak und Ägypten. Detailliert führt dieser Plan die Kosten in den betroffenen Regionen auf: Nahrungsmittel, Unterkünfte, Wasserversorgung, Gesundheitsvorsorge, Schulbesuch von über einer Million Flüchtlingskinder, Ausbildungsmaßnahmen, Verbesserung der Infrastruktur. Angeführt wird auch Hilfe für die ansässige Bevölkerung, denn Flüchtlinge sollen keinesfalls gegen die Nöte der Einheimischen ausgespielt werden.

2,44 Milliarden Dollar fehlen an zugesagten Geldern, 2,1 Milliarden sind bisher geflossen. Die größten Zahler sind bisher laut UNHCR-Statistik mit großem Abstand Deutschland (611 Mio.), die USA (542) die EU (322), England (136), Japan (110), Kanada (88), Norwegen (75), Frankreich (44), und die Niederlande (42). Kriegsteilnehmer Russland hat dem UNHCR bisher 300.000 (!!!!) Dollar zukommen lassen. Katar bedachte das 3RP-Programm mit bisher 10 Mio. Dollar, Saudi-Arabien zahlte gerade mal 5 Millionen.

Dramatisch unterfinanziert sind weiterhin Schulbildung, medizinische Leistungen (wohlgemerkt Nothilfeleistungen) und auch Ausbildungsmaßnahmen. Von Entspan-nung an der "Flüchtlingsfront" (was für ein Wort) kann also keine Rede sein. Europa wird sich auf allen Ebenen erheblich mehr anstrengen müssen, sollen die Langzeit-folgen der syrischen Katastrophe bewältig bar bleiben.

Wilhelm Berger

Quelle: "Die Zeit", N 41, Martin Klingst, Seite 8, Politik