Liebe Unterstützer der Syrienhilfe,
die Lebenssituation der Flüchtlinge im Bekaa-Tal hat sich aufgrund zunehmender Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen und vermehrter Kampfhandlungen jenseits der Grenze, eher verschärft als entspannt. Erste Zeltlager wurden in Brand gesteckt und viele mussten die Camps räumen. Die Initiative "Alphabet", an der zurzeit ca. 1.200 Schüler teilnehmen, hat drei Schulzelte verloren! Außerdem herrschen auf der Hochebene im Bekaa gegenwärtig Temperaturen von bis zu 40°C.
Um ein Zeichen der Verbundenheit mit den Flüchtlingskindern zu setzen, möchte ich, wie im Winter 2014/15 unsere Wintermützen und Handschuhe-Aktion, zu einer "Sommerkappen-Aktion" aufrufen. Wer möchte, kann gebrauchte (in vernünftigen Zustand befindliche) oder gerne auch neuwertige Sommermützen und Kappen für Kinder im Alter zwischen 4-12 Jahren, bei uns in der Praxis in Kastellaun, Spesenrotherweg 1, abgeben. Ich werde in den Monaten Juli oder August die Kinder besuchen. Die Mützen und Kappen werden wahrscheinlich schon vorher dorthin gebracht.
Dieses persönliche Band der Hilfeleistung und Unterstützung ist mir außerordentlich wichtig; denn solche Zeichen der Solidarität sind besonders für Kinder von großer Bedeutung.
Ich hoffe auf einen Mitmacheffekt wie im Winter und grüße herzlich Wilhelm Berger
Der gemeinnützige Zweck der Syrienhilfe Vorderhunsrück steht seit dem erstem Treffen im Frühjahr 2014 im Vordergrund der aktiven Mitglieder unseres Arbeitskreises.
Ziel unseres Engagements ist immer die Unterstützung der Krisenregion in und um Syrien, aber auch die aktive Hilfe für die bei uns ankommenden Flüchtlinge.
Diesem Ziel wurden wir im letzten Jahr durch vielfältige Unterstützung durch die gesammelten Geldspenden, aber auch durch tätige Flüchtlingshilfe hier bei uns gerecht.
Die Gründung eines gemeinnützigen Vereins erleichtert gerade die Werbung von Spenden erheblich, steuerbegünstigende Quittungen hierfür können dann direkt ausgestellt werden.
Eine Arbeitsgruppe erarbeitete im Mai einen Entwurf der Gründungssatzung, die bei diesem Treffen weiter vervollkommnet und verabschiedet wurde.
Die anschließende Wahl des Vereinsvorstands und seiner Beisitzer zeigte, dass sich die Arbeit auf viele Schultern verteilen wird und hoffentlich noch viele weitere engagierte Menschen unsere Projekte untertützen.
Dem neuen Vorstand gehören an:
Wilhelm Berger als Vorsitzender
Okka Senst als stellvertretende Vorsitzende
Elmar Konrath als Schatzmeister
Karl-August von Dahl als Schriftführer
sowie als Beisitzer: Brigitte Dietrich Trauth, Gerlind Hentschel, Werner Link, Norbert Barth, Dieter Rüdiger
Aktuelle Infos aus Syrien erfordern dringend Unterstützung
Passend zur geplanten Vereinsgründung des Netzwerks Syrienhilfe Vorderhunsrück möchte ich den gestrigen Bericht der Nothilfekoordinatorin vor dem Sicherheitsrat über Syrien stichpunktartig zusammenfassen. Einzelheiten sind sicherlich in den entsprechenden Nachrichtenportalen/Tageszeitungen nachzulesen.
12,2 Mill. Syrer sind inzwischen auf Hilfe von außen angewiesen!
8,1 Mill. Syrer sind als Flüchtlinge bei der Uno registriert!
Von 48 Hilfstransporten ins Land im Laufe der letzten 12 Monate wurden nur 5 genehmigt / bzw. waren durchführbar!
Keine einzige der belagerten Städte wurde erreicht!
Über 50 % der Krankenhäuser sind inzwischen zerstört!
Palmyra fiel an den IS, nach informellen Informationen kamen dabei über 400 Zivilisten um!
Diese Fakten sind desaströs!!!
Hilfe ist mehr denn je bitter nötig, und zwar dort vor Ort!!! Unser Beitrag wird weiterhin, im Verhältnis zur Not, bescheiden sein und deshalb sind Mitmacher und Nachahmer gefragt!
Die Gründungsveranstaltung wird am Montag, den 1. Juni 2015 um 19.00 Uhr, in Kastellaun, im Haus Betz (VHS) sein.
Wir freuen uns auf alle, die mitgründen und mitwirken wollen.
Flüchtlingshelfer aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis in Mainz
Dieses Schreiben erreichte die Syrienhilfe und andere Verteiler der Flüchtlingshilfe im März diesen Jahres vom Landtagspräsidenten Joachim Mertes aus Buch:
„Sehr geehrte Damen und Herren,
es ist mir eine Freude, Bürgerinnen und Bürger aus meiner Heimatregion , die sich mit großem Engagement in der Flüchtlingshilfe einsetzen, recht herzlich zu unserem diesjährigen Verfassungsfest nach Mainz in den Landtag einzuladen. Frau Ministerpräsidentin Malu Dreyer und ich werden die Gäste um 13:00 Uhr auf der Bühne im Hof des Deutschhauses wilkommen heißen [...]“
Zahlreiche Flüchtlingshelfer aus der Region waren der Einladung nachgekommen, zwei Busse fuhren aus dem Hunsrück mit engagierten Ehrenamtlichen nach Mainz.
Bei strahlendem Sonnenschein erwartete die Gäste vor dem Landtag ein buntes Programm. Vor dem Barockgebäude fand ein Bürgerfest mit Führungen, Ausstellungen, Live-Musik u.v.m. statt. In den kommenden Jahren wird der Landtag grundsaniert, darum war es vorerst das letzte Verfassungsfest. Nach den Begrüßungsworten konnte man den Plenarsaal besichtigen, Infostände schauen und das vielfältige kulinarische Angebot genießen.
Die Hunsrücker nutzten den Tag auch für zahlreiche Gespräche untereinander, so dass sich Flüchtlingshelfer aus den einzelnen Orten kennenlernten und Erfahrungen austauschen konnten.
Ein offenes Ohr fanden die Flüchtlingshelfer auch bei Ministerpräsidentin Malu Dreyer in der angenehm informellen Atmosphäre diesen Tages. Herr Mertes bezog seine Rede im Plenarsaal ausdrücklich auf die Thematik, die uns alle beschäftigt und benannte Fluchtgründe und unsere Verantwortung darin sehr deutlich. Auch die Geschichte der Menschen im Hunsrück, die als „Armutsflüchtlinge“ in den letzten Jahrhunderten das Land verlassen mussten, war ein Bezug, der nicht unerwähnt blieb.
Nach einem abwechslungsreichen Nachmittag wurden die Besucher wieder sicher in den Hunsrück zurückgebracht und waren durchaus zufrieden mit dem abwechslungsreichen Tag und den neu geknüpften Kontakten.
Seit mehreren Wochen nun trainieren "unsere Flüchtlinge"
Für das gemeinsame Fußballtrainig kommen die jungen Männer aus den verschiedenen Wohngruppen zusammen. Es ist schon allein ein Transportproblem, die motivierten Spieler aus den einzelnen Wohnorten zu einem gemeinsamen Training zusammenzubringen, aber viele freiwillige Helfer sind engagiert dabei. Jedes Mal macht es allen viel Freude die Fortschritte in Kondition und Ausdauer zu beobachten. Am 2. Mai fand das Training in Kümdchen statt und war wieder ein guter Ausklang dieser Woche.
Auch am kommenden Samstag, dem 9. Mai wird wieder in Kümdchen trainiert.
(Herzlichen Dank an Waltraud Krendler für die Fotos)
Kastellaun hat nun auch ein Begegnungscafé für Flüchtlinge und Einheimische
Mit einem Festakt wurde am Sonntag, dem 19. April 2015 der neue Treffpunkt eingeweiht.
Bürgermeister Keimer begrüßte viele offizielle Vertreter des Kreises, der Kirchen und sozialen Organisationen. Viele Ehrenamtliche der Flüchtlingshilfe unserer Region, namentlich die „Syrienhilfe“ als wichtige Unterstützergruppe des neuen Projektes, waren auch anwesend und hatten eine große Anzahl Flüchtlinge aus den verschiedenen Wohngruppen des Kreises mitgebracht.
Für die Stadt war es keine Frage dieses wichtige Element der Integration mit aufzubauen, erklärte Herr Keimer, der sich in den letzten Monaten durch regelmäßige Treffen mit den Flüchtlingshelfern mit dem Thema sehr vertraut gemacht hat. Im Caféterra kann Begegnung stattfinden, es wird Beratungsmöglichkeiten geben, Austausch über die ständig präsenten Fragen des Asylrechts und der Hilfsmöglichkeiten. Durch Spenden ist die Ausstattung und der derzeitige Betrieb des Cafés gesichert. Der herzliche Dank galt allen Spendern von materiellen und finanziellen Mitteln, aber auch den vielen Ehrenamtlichen (Einheimischen und Flüchtlingen), die zu den Öffnungszeiten dafür sorgen wollen, dass der Betrieb läuft.
Auch andere Redner kamen zu Wort und begrüßten ausdrücklich diese Anlaufstelle. Das Konzept hat sich in der Region Büchenbeuren im Café International schon bewährt. Pastoralreferentin Anna Werle vom Dekanat Simmern-Kastellaun erwähnte, dass es gerade in Orten, in denen viele Flüchtlinge untergebracht sind, nicht immer genug ehrenamtliche Helfer gibt, die zu ihnen in die Häuser gehen. Da sei ein solcher Treffpunkt sehr wichtig. Kastellaun wird demnächst ein zweites Flüchtlingshaus bekommen und somit werden noch mehr potentielle Besucher in der Nähe des neuen Cafés wohnen.
Höhepunkt der Eröffnungsveranstaltung waren sicher die Reden zweier Flüchtlinge in deutscher Sprache. Obwohl die Flüchtlinge bei uns vor der Anerkennung keinen Anspruch auf Sprachunterricht haben, machen es Helfer und professionelle Unterstützer möglich, ehrenamtlichen Sprachunterricht zu geben oder spendenfinanzierten professionellen Unterricht zu ermöglichen. Die beiden Kriegsflüchtlinge Farzad Abdulkrim aus Syrien und Marius Matchide aus der Zentralafrikanischen Republik beeindruckten alle Zuhörer durch ihre Dankesreden an alle lokalen Unterstützer bis hin zur Bundesrepublik Deutschland, die ihnen Asyl bzw. Duldung gewährt. Die Ernsthaftigkeit der Reden und das schon so gute Sprachvermögen war auch im anschließenden Beisammensein bei Kaffee und Kuchen im Rathaussaal immer wieder Thema.
Deutlich wurde: Wenn Flüchtlinge und ihre Geschichte in der Begegnung ein Gesicht bekommen, wächst das Verständnis für die Fluchtgründe und die Akzeptanz für ihren Asylantrag.
Das Caféterra bot an diesem Tag nicht genug Platz für alle die gekommen waren, darum wurde Führungen in kleineren Gruppen dorthin gemacht. Alle Besucher waren beeindruckt von dem hellen, freundlichen Raum, der in der letzten Woche während des Probebetriebs und der Einrichtung schon zum Geheimtipp in Kastellaun geworden ist.
Öffnungszeiten: Montag-Donnerstag von 15-18 Uhr Freitag 17-20 Uhr
Anschrift: Kirchstraße Kastellaun
Öffnungszeiten : Montag bis Donnerstag 15-18 Uhr, Freitag 17-20 Uhr
Großes Engagemement zeigte die Flüchtlingsauswahl beim ersten Trainingstag
Am Samstag, dem 21. März, startete das Auftakttraining unserer Flüchtlingsfußballer. Bei Nieselregen und 3° über Null fanden sich aus Kastellaun, Kirchberg und Büchenbeuren 35 Spieler unterschiedlichster Nationalitäten ein. Im Vorfeld waren das Organisieren des Fahrdienstes (sieben PKW und ein Kleinbus), die Beschaffung der Fußballschuhe und Schienbeinschoner sowie das Reservieren der Trainingsplätze notwendig.
Sprachprobleme blieben marginal, einige der Fussballspieler konnten sich in deutscher Sprache doch schon gut verständigen.
Trotz der kühlen Witterung war die Spielfreude von Afrikanern, Arabern und Kosovaren kaum zu bremsen. Geleitet wurde das 2-stündige Training von Herrn Besha aus Simmern und seinen beiden Assistenten. Ein Gruppenfoto schloss diesen ersten erfolgreichen und aus Sicht der Flüchtlinge abwechslungsreichen Vormittag ab.
Trainiert werden soll ab jetzt wöchentlich, am 28. März in Buch, danach wieder in Simmern auf dem HJG Platz.